Sie haben eine Arbeitsaufgabe abgeschlossen – zuhause oder für die Arbeit und betrachten das Ergebnis: Was denken Sie? Sehen Sie die positiven Aspekte oder das Unperfekte? Oder wenn Sie aus einem Meeting kommen, fangen Sie dann an zu hinterfragen, was Sie alles falsch gemacht haben?

Selbstkritik – da steckt man selbst drin und die Kritik. Das kann für manche Menschen leicht zu „mit sich selbst ins Gericht gehen“ kippen. Natürlich gibt es auch konstruktive Kritik. Doch für viele bedeutet häufiges Hinterfragen des eigenen Tuns und Denkens, die negativen Aspekte zu suchen. Und die gute Nachricht ist, dass Sie das auch ändern können, sobald Sie Ihren Gedanken, also den Selbstgesprächen im Kopf, mal genau zuhört haben.

Ist Selbstkritik nötig?

Das Wort Kritik ist in meiner Welt von einem negativen Gefühl begleitet und das scheinen viele Menschen zu fühlen. Dennoch hat „Selbstkritik“ anscheinend einen hohen Wert in unserer Gesellschaft – mit allen negativen Gefühlen und der Suche nach Verfehlungen, die damit einher geht.
Durch Bewusstheit kann man vermeiden, der Selbstkritik in die Falle zu gehen. Lassen Sie uns das mal gemeinsam ausprobieren.

Sie haben also die Arbeitsaufgabe abgeschlossen und betrachten Ihr Ergebnis. Zunächst ist es toll, dass Sie die Aufgabe abgeschlossen haben! Ein gutes Gefühl, oder?
Sie haben das Beste gegeben, was Ihnen zu diesem Zeitpunkt möglich war und dafür dürfen Sie sich Pluspunkte geben. Sehen Sie etwas, das Ihnen am Ergebnis nicht gefällt? Dann machen Sie sich eine innere Notiz, dies das nächstes Mal einfach zu berücksichtigen und lassen es los – zurück zum guten Gefühl, das Projekt abgeschlossen zu haben und es das nächste Mal vielleicht sogar noch besser zu lösen. Es gibt immer Verbesserungspunkte, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Und das ist auch gut so.

Wie gehen Sie mit anderen um?

Jetzt drehen wir das mal um. Ein guter Freund oder Freundin besucht Sie. Die Freundin ist unzufrieden, mit dem Essen, das sie für Sie gekocht hat. Die Chancen sind gering, dass es ungenießbar ist und selbst wenn: was würden Sie dazu sagen?
Sind die Worte, die Sie verwenden, wenn Sie mit sich selbst sprechen oder mit Ihrer Freundin sehr verschieden?

Ein Schritt über Selbstkritik hinaus

Ein Schritt weiter über die Selbstkritik hinaus ist also zu prüfen, welche Form und Farbe genau die eigenen Gedanken annehmen.

Dein Kind hat einen Fehler gemacht. Wenn Sie ihm liebevoll erklären, wie ein besseres Handeln aussieht, basierend auf dem Kenntnisstand und der Übung, die es hat, wird es Ihnen vermutlich zuhören. Wütende Worte rufen eine andere Reaktion hervor: Starre, Wut, Unverständnis oder auch Angst.
Übrigens: Die Chancen, dass Sie Erlebnisse dieser Art in Ihrer Kindheit hatten, sind hoch, wenn Sie sich heutzutage in Gedanken harsch bewerten. Das ist allerdings nicht die Schuld Ihrer Eltern, auch sie sind ja wieder geprägt von ihren Eltern. Aber das nur am Rande.

Also zurück zu Ihnen, weil nur Sie können es ändern. Meine Frage ist, wenn Sie mit sich harsch vielleicht sogar abwertend reden, welche Gefühle haben Sie dann danach? Sind Sie eher mehr oder eher weniger motiviert weitere Aufgaben zu übernehmen und erfolgreich abzuschließen?

Vielleicht möchten Sie das bei nächster Gelegenheit einfach selbst testen und Ihren eigenen Gedanken und Gefühlen ganz genau zuhören.

Gönnen Sie sich selbst Wohlwollen

Wenn Selbstkritik ein positives, konstruktives Feedback an mich selbst ist, dann bringt mich das weiter auf dem Weg mein Ziel zu erreichen. Dann ist es wohlwollend und tut mir gut.

Genau darauf kommt es an, weil Ziele zu erreichen, macht glücklich und erfüllt mit tiefer Freude. Am besten fühlt es sich dabei an, wenn auch schon der Weg dahin Sie selbst in einen guten, entspannten Zustand versetzt, denn dann gelingt es noch leichter.

Sollte also diese innere Meckerstimme, welcher Farbe auch immer, mal wieder von sich hören lassen, kommt hier noch ein letzter konkreter Tipp: Drehen Sie sie einfach erst mal ganz ganz leise und machen eine Übersetzung in sanftere Worte.
Das haben Sie verdient.